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03 Sep. 2026

Marktbericht August 2026

Frachtenmarkt

Bei der Betrachtung des Frachtenmarktes ist aktuell klar zwischen Straße und See zu unterscheiden:

Straßentransporte: Erneuter Kostendruck durch Dieselpreisentwicklung (Quelle: ADAC, Stand 26.08.2026)

Seit Anfang Juli haben sich die seit Jahresbeginn bereits deutlich gestiegenen Dieselpreise in Deutschland weiter erhöht. Hauptursachen sind geopolitische Spannungen, erhöhte Rohölpreise sowie anhaltende Unsicherheiten an den Energiemärkten. Diese Entwicklung führt zu höheren Kosten bei Vor- und Nachläufen. Aktuelle Speditionsangebote enthalten Treibstoffzuschläge von 20 % auf die Nachlaufkosten. Zudem erhöhen die EU-weit rund 500.000 offenen Fahrerstellen den Kostendruck. Wir empfehlen, Transporte frühzeitig zu planen. Kostenkritische Verkehre benchmarken wir regelmäßig gegen alternative Routings und Logistikkonzepte.

Seefracht: Kurzfristig keine Entspannung in Sicht. Sonderlage auf dem indischen Subkontinent

Die im Frühsommer erwartete Entspannung ist regional nicht eingetreten. Geopolitik, Hafenüberlastungen und Nachfragespitzen haben Kapazitäten verknappt. Besonders auf den Relationen aus Indien, Pakistan und Sri Lanka hat sich der Markt seit Ende Juli deutlich verschärft. Innerhalb weniger Wochen stiegen die Raten für 20-Fuß-Container von etwa USD 2.500 auf teilweise mehr als USD 6.000. Die Anspannung dürfte kurzfristig anhalten. Mittelfristig erwarten wir unter anderem dank zusätzlicher Schiffskapazität eine Entspannung.

Ananas

Ananas

Der thailändische Markt hat sich seit Mitte Juli nochmals deutlich verengt. Die Sommerernte ist weitgehend abgeschlossen, viele Packer befinden sich im saisonalen Shutdown. Für die Winterernte von Oktober bis Dezember wird infolge von El Niño, Hitze und Trockenheit inzwischen ein Rückgang von bis zu 50 % erwartet. Gleichzeitig sind nur sehr wenige freie Offerten verfügbar. Der Rohwarenpreis war bereits im Juli auf 9,00 bis 11,40 THB/kg gestiegen; zusätzlicher Preisdruck durch höhere Kosten für Dosenmaterial. Die knappe Offertenlage ist ein klares Signal, dass Produzenten ihre Verpflichtungen vorsichtiger steuern. Für Standardformate bestehen noch bessere Absicherungsmöglichkeiten als für Nischenartikel. Wir können Ihnen Angebote aus alternativen Ursprüngen machen. Wir empfehlen, Standardbedarfe zeitnah abzusichern und nicht auf günstigere Winterofferten zu warten. Bei Nischenartikeln sollte zunächst die tatsächliche Verfügbarkeit geprüft werden, bevor Preisoptimierungen im Vordergrund stehen.

Kokosmilch

Kokos

Bei Kokos hat sich die feste Tendenz im August bestätigt. In Sri Lanka stiegen die Rohwarenpreise kurzfristig von rund 150 auf 175 LKR/kg; bis Ende September werden Niveaus von etwa 190 LKR/kg für möglich gehalten. Geringere Erntemengen, Spekulationen und die Aussicht auf zusätzliche Nachfrage nach Kokosraspeln wirken preisstützend. Auch aus Indonesien kommen klare Absicherungssignale. Für Kokosmilch sind noch wettbewerbsfähige Positionen verfügbar, während Sri Lanka bereits höhere Preisniveaus zeigt. Der erwartete Super-El-Niño erhöht das Risiko eingeschränkter Rohwarenverfügbarkeit in der Hochphase. Eine breite Ursprungsstrategie bleibt deshalb zentral. Wir empfehlen, Bedarfe bis mindestens Q1 2027 zu prüfen und attraktive Ursprungspreise gezielt zu nutzen.

Paprika

Capsicum

Der Capsicum-Markt zeigt sich im August stark nach Ursprung differenziert. In Ägypten ist die neue Saison verspätet angelaufen. Unsere in diesem Markt wachsende Lieferantenbasis verbreitert unser Angebot. In der Türkei begann die Ernte nach den Regenfällen im Frühjahr etwa 15 bis 20 Tage später. Besonders bei Lombardi sind Erträge und Anbaumengen niedrig; bei Demre bleiben Verfügbarkeit, Kaliber und Schärfe anspruchsvoll. Für Capia liegen die ersten Preise über den ursprünglichen Erwartungen. Rohwaren- und Produktionskosten werden mit rund 35 bis 40 % über Vorjahr angegeben und halten den Markt unter Aufwärtsdruck. Südafrika hat die Saison wegen Ernteausfällen früher beendet; neue Ware wird erst ab November erwartet und dürfte teurer starten. Peru bleibt dagegen derzeit vergleichsweise stabil, wobei erwartete stärkere Regenfälle Transport und Straßenverbindungen beeinträchtigen könnten. Wir empfehlen, Ursprünge aktiv zu diversifizieren. Während türkische Ware frühzeitig abgesichert werden sollte, kann Ägypten zusätzliche strategische und preisliche Optionen bieten. Peru bleibt aktuell eine stabile Ergänzung für laufende Programme.

Cherry Tomaten

Tomaten

Die Ernte läuft in den wichtigsten europäischen Anbauregionen auf Hochtouren. Die globale Produktionsprognose bleibt stabil. Die anhaltenden Hitzewellen haben die Reifung beschleunigt und zu einem frühen Erntebeginn geführt. Gleichzeitig erhöht sich dadurch das Risiko für den Ertrag der mittleren und späten Ernte sowie für temporäre Engpässe in Verarbeitung und Logistik.

Italien entwickelt sich bislang besser als erwartet. Der Ernte- und Verarbeitungsfortschritt verläuft sehr schnell. 929.000 to wurden bis Anfang August bereits verarbeitet, die Prognose konnte auf 6,35 Mio. t erhöht werden, temperaturbedingt bei niedrigeren Brix-Werten. Die Preise zeigen sich fest.

Portugal verzeichnet weiterhin eine gute Qualität, allerdings liegen Erträge und auch Brix-Werte unter den ursprünglichen Erwartungen. Rund 50 % der Ernte sind bereits abgeschlossen. Wetterbedingte Unsicherheiten für die September-Ernte bleiben bestehen.

Spanien berichtet aktuell von einer guten Qualität und stabilen Produktionsaussichten. Die Prognose bleibt unverändert bei 2,7 Mio. t. Gleichzeitig bestehen weiterhin wetterbedingte Risiken für die mittlere und späte Ernte.

Wir empfehlen, attraktive Marktgelegenheiten frühzeitig zur Teilabsicherung zu nutzen und die weitere Entwicklung der Ernte in Italien, Portugal und Spanien eng zu beobachten. Insbesondere die Ergebnisse der mittleren und späten Ernte werden maßgeblich über die weitere Preisentwicklung im europäischen Tomatenmarkt entscheiden.

Getrocknete Tomaten

Getrocknete Tomaten

Die Ernte- und Trocknungskampagne in der Türkei läuft inzwischen in den westlichen und zentralen Anbaugebieten auf Hochtouren, während die östlichen Regionen erst schrittweise in die Produktion starten. Die Erträge werden in den Hauptanbaugebieten weiterhin als gut beschrieben, sodass sich die Rohwarenverfügbarkeit gegenüber dem Vorjahr verbessert.

Trotz der insgesamt positiven Mengensituation bleiben die Rohwarenpreise überraschend stabil. Hintergrund ist unter anderem die zunehmende Spezialisierung vieler Landwirte auf Sorten für die Tomatenmarkproduktion. Dadurch steht ein Teil der Ernte nicht für die Trocknung zur Verfügung. Zusätzlich sorgen gestiegene Ernte- und Sammelkosten für anhaltenden Kostendruck. In den östlichen Anbaugebieten wurden die Anbauflächen reduziert, weshalb dort mit höheren Rohwarenpreisen gerechnet wird. Die aktuell verbesserte Verfügbarkeit gegenüber dem Vorjahr bietet die Möglichkeit, Versorgungssicherheit zu attraktiven Rahmenbedingungen zu schaffen.

Datteln

Datteln

Tunesien hat 2025/26 mit 404.000 Tonnen Datteln, davon 347.000 Tonnen Deglet Nour, eine Rekordernte erzielt. Trotz dieser Menge sind die Bestände nahezu vollständig geräumt. Für die neue Saison rechnen Produzenten aufgrund des natürlichen Ertragszyklus mit einem Off-Year; die Erntemenge könnte bis zu 30 % unter dem Rekordjahr liegen. Die internationale Nachfrage bleibt robust, insbesondere bei entsteinten und weiterverarbeiteten Deglet-Nour-Produkten. Kurzfristig ist daher keine deutliche Entspannung zu erwarten. Die neue pakistanische Ernte fällt mengenmäßig leicht geringer aus und trifft auf stabile bis hohe weltweite Nachfrage. Für größere Bedarfe empfehlen wir eine gestaffelte Absicherung und eine Verteilung der Einkaufspositionen über mehrere Marktzeitpunkte.

Unsere Partner sind Weltmeister! 

Was für ein Erfolg! Wir gratulieren der deutschen Hockey-Herren-Nationalmannschaft herzlich zum Weltmeistertitel. Als stolzer Partner des Deutschen Hockey-Bundes freuen wir uns riesig über diese besondere Leistung und feiern mit!

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